
Das Gebäude auf der Molkereistrasse 22 in Hoerstgen wird sowohl durch die Heilpädagogische Kindertagesstätte des Kreises Wesel als auch durch die Elterninitiative "Pusteblume" genutzt.
Eine besondere Anforderung an die Gebäudeausstattung ergibt sich aus der Nutzung für die Kinderbetreuung: ein hohes Temperaturniveau ist nicht nur in den Betreuungsräumen sondern auch im Bereich der Verkehrsflächen nötig, da auf Fluren und im Foyer geübt, gespielt und geturnt wird.
Um dieser Vorgabe gerecht zu werden und zudem eine Senkung der Betriebskosten zu erzielen, wurden für die Kindertagesstätte verschiedene Sanierungsmaßnahmen entwickelt.
So ging im September in der Kindertagesstätte die erste städtische Biomasse-Heizanlage in Betrieb und löste eine überalterte Kohlekessanlage ab, die nach mehr als 20 Jahren Betrieb nun ersetzt wurde.
Durch die moderne Verbrennungstechnologie und den hohen Effizienzgrad des neuen Biomasse-Kessels konnte der CO2-Ausstoss um ca. 130 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Dies entspricht einer Emissionssenkung von 100%, da Biomasse in die CO2-Berechnung mit dem Faktor "Null" eingeht.
80.000,- Euro wurden sowohl in die Kesselanlage investiert als auch in hochmoderne Steuer- und Regelungstechnik. Der ehemalige Kohlebunker wurde kurzerhand zum Pelletlager umgenutzt, Ende August zum ersten Mal mit dem neuen Brennstoff aus nachwachsenden Rohstoffen befüllt und ersetzt nun dauerhaft den fossilen Brennstoff "Kohle".
Um Investitionskosten zu senken, ist die Stadt Kamp-Lintfort Mitglied im Klimaschutzprojekt JIM.NRW. Träger ist die EnergieAgentur.NRW, die das Projekt im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie in Nordrhein-Westfalen durchführt. Die ersparten Tonnen CO2 werden im Rahmen des weltweiten Emissionshandels als Zertifikate an der Börse verkauft und die Erlöse anteilig an die Projektteilnehmer ausgeschüttet.
Für weitere 55.000,- € wurden im Jahr 2008 75 m² Fensterfläche vor allem auf der Ost-Seite des Hauptgebäudes erneuert, die Fenster der übrigen Fassaden wurden bereits 2003 ersetzt. Dies entspricht einer sanierten Gesamt-Fensterfläche von 270 m².
Die neuen Fenster haben einen verbesserten Dämmwert (U-Wert = 1,1 [W/m²K]), sind zweifach verglast und mit dämmenden Rahmen ausgestattet. Dadurch konnte die solare Gewinnenergiebilanz des Gebäudes um 50% verbessert werden. Diese solaren Gewinne tragen zur Senkung des Heizenergiebedarfs bei.
Zusätzlich wird noch in diesem Jahr die obere Geschossdecke im Dachraum des Hauptgebäudes gedämmt.
Weitere Maßnahmen stehen noch aus: die Wärmedämmung der Fassade mittels Wärmedämmverbundsystem ist für das Jahr 2010 vorgesehen.
Die Summe dieser Sanierungsmaßnahmen senkt den Heizwärmebedarf des Gebäudes aus den 60er Jahren um ca. 45% und trägt damit zur Emissionssenkung im städtischen Gebäudesektor bei.
Download_Projektpraesentation